Strategien zum Management langfristiger Risiken für die Lieferkette

Unternehmen müssen für langfristige Risiken wie den Klimawandel oder geopolitische Entwicklungen vorsorgen. Die Kombination präziser Daten mit intelligenten Methoden ermöglicht ein proaktives Risikomanagement, welches die Widerstandsfähigkeit erhöht und die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sichert.

In den letzten Jahren rücken langfristige Risiken immer mehr in den Fokus führender Unternehmen. Viele Konzerne haben im Rahmen ihrer Supply Chain Risk Programme die Reaktionsfähigkeit gegenüber möglichen Risiken für ihre Lieferkette bereits verbessert. Diesen Anstrengungen steht jedoch gleichzeitig ein stetig wachsendes Risiko gegenüber. Aufgrund der global steigenden geopolitischen Unsicherheiten und des Klimawandels häufen sich Störungen der Lieferkette nicht nur, die Schwere deren Auswirkungen nimmt ebenfalls zu. Außerdem gestaltet sich die Erholungsphase nach dem Eintreten solcher Risikoereignisse zunehmend länger und schwieriger, da beispielsweise Transportwege oder Lieferanten dauerhaft ausfallen oder unter Risikoaspekten untragbar werden. Wie können sich Unternehmen auf die Zunahme dieser Langfristrisiken vorbereiten und reagieren? Die gute Nachricht ist, dass sich solche Risiken mittels Frühindikatoren vorhersagen lassen und Unternehmen daher Vorsorge treffen können.

Klimarisiken modellieren und managen

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Europa schon jahrelang spürbar. Ob besonders heiße Sommer, heftige Stürme, Überflutungen durch Starkwetterereignisse oder verheerende Brände: Klimaereignisse sind nicht mehr nur Thema in der dritten Welt, sondern beeinträchtigen die geschäftlichen Aktivitäten in vielen wichtigen Wirtschaftsräumen. Für viele Unternehmen stellt ihre Lieferkette die Achillesferse hinsichtlich der Bedrohung durch den Klimawandel dar. Bei der Identifikation möglicher klimabedingter Risiken ist es sinnvoll, zwischen Lieferantenrisiken, Transportrisiken durch Störungen der Verkehrsinfrastruktur und Risiken hinsichtlich der Energie- und Wasserversorgung zu unterscheiden. Es gilt weiterhin, die verschiedenen klimabedingten Risikofaktoren und ihre Auswirkungen zu betrachten:

  • Hitze- und Trockenperioden: Mögliche Auswirkungen auf Mitarbeitergesundheit, Wasserverfügbarkeit und Binnenschifffahrt
  • Starkniederschläge, Überflutungen und Hagel: Gefährdung von Gebäuden, Produktionsanlagen und Warenbeständen
  • Sturm und Blitzschlag: Mögliche Schäden an sensiblen Anlagen, Stromversorgung und Telekommunikation
  • Meeresspiegelanstieg, Springfluten: Mögliche Auswirkungen auf den Seetransport, Gebäude und Produktionsanlagen

Mithilfe von Geo Intelligence-Methoden können Klimamodelle mit den spezifischen Lieferketten von Unternehmen verknüpft werden. Dabei werden die spezifischen klimabedingten Risiken für Lieferantenstandorte sowie Transport- und Versorgungswege ermittelt und in einem Gesamtmodell aggregiert und visualisiert. Das in diesem Zusammenhang gebildete Modell ermöglicht die Identifikation und Bewertung der klimabedingten Risikolage eines Unternehmens.

Umgang mit politischen Risiken

Politische Risiken und im engeren Sinne politisch motivierte Gewalt, Kriegsrisiko oder Terrorismusgefahr zählen beständig zu den größten Unternehmensrisiken. Gleichzeitig gehören politische Konflikte – gerade in Demokratien – zum politischen Alltag. Besonders nach dem außenpolitischen Kurswechsel der USA und dem Abzug der Truppen aus Afghanistan gewinnen sie kontinuierlich an Bedeutung. Die gute Nachricht dabei ist: Politische Konflikte und Kriege beginnen in der Regel nicht über Nacht, sondern haben eine lange Vorlaufzeit, die sich gut erkennen lässt. Die Herausforderung besteht darin, die tatsächlich relevanten Nachrichten aus dem vielfältigen Rauschen anderer politischer Meldungen herauszufiltern.

Durch die Erfassung der Geschehnisse in einem dynamischen Modell kann das gesamte Spektrum der Konfliktaktivitäten abgebildet werden. Grundsätzlich lassen sich die politischen Konflikte nach ihren zu erwartenden Auswirkungen klassifizieren:

  • Social Conflicts: Interessengruppen verfolgen ihre Forderungen (meist gegenüber dem Staat) und versuchen diese in der Regel durch Demonstrationen, Proteste oder Streiks durchzusetzen.
  • Violent Conflicts: Gewaltbereite Gruppierungen – meist außerhalb der Gesellschaftsordnung und oft anzutreffen in Staaten mit begrenzter Staatlichkeit – versuchen ihre Interessen durch den Einsatz von Schusswaffen und anderen leichten Waffen durchzusetzen. Häufig werden hierbei auch die Kontrolle von wichtigen Transportwegen als Einnahmequelle für diese „Rebellengruppierungen“ verwendet.
  • War oder Warlike Conflicts: Große und gut organisierte Gruppierungen oder Staaten versuchen durch den Einsatz schwerer Waffen ihre Forderungen durchzusetzen und den Gegner durch schwere Schäden an Produktionsstätten, Transportwegen und Infrastruktur niederzuzwingen.

Die moderne Analyse politischer Länderrisiken verlangt nicht nur eine genaue Beschreibung dessen, was droht, sondern auch Antworten auf die Fragen wann und wo Risiken entstehen. Durch einen langfristigen Vergleich und Analyse von Daten können Muster festgestellt werden, die die Bewertung der aktuellen Konfliktlage unterstützen. Hierbei können Kenntnisse insbesondere über die Resilienz von Staaten gewonnen werden, die bei langfristigen Planungen in der Lieferkette enorme Vorteile versprechen. Somit kann zwischen „effektiven“ und „weniger effektiven“ politischen Konfliktlösern unterschieden werden. Diese Unterscheidung hilft insbesondere in Zeiten wachsender Unsicherheiten, in denen Terroranschläge auch in die Zentren westlicher Führungsstaaten hineingetragen werden. Durch eine georeferentielle Verortung des Konfliktaustrags können die räumlichen Dimensionen von Aktionen präzise abgebildet werden. Dadurch kann das Risiko durch politische Konflikte wesentlich exakter kalkuliert werden.

Wechselwirkungen zwischen klimabedingten Veränderungen und geopolitischen Entwicklungen

Da häufig Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Risikoarten bestehen, dürfen einzelne Risiken nicht isoliert betrachtet werden. Klimabedingte Veränderungen wie eine regionale Wasserknappheit oder der Verlust von Lebensraum werden politische Konflikte erzeugen oder verstärken, insbesondere aufgrund klimaverursachter Migrationsbewegungen. Umgekehrt können politische Entwicklungen auch erhebliche Umweltschäden und Naturkatastrophen hervorrufen, etwa durch den rücksichtslosen Abbau natürlicher Ressourcen. Eine Vorhersage der Wechselwirkungen gestaltet sich jedoch in der Regel mit aktuellen Mitteln noch schwierig.   

Risikosteuerung und langfristige Risikominimierung

Auch wenn einzelne Unternehmen nur einen äußerst geringen Einfluss auf den Klimawandel oder geopolitische Entwicklungen haben, sind sie Langfristrisiken gegenüber nicht schutzlos ausgeliefert, sondern angehalten, aktive Vorsorge zu betreiben. Besonderes Augenmerk gilt dabei vor allem Risiken, die sowohl durch eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit als auch durch eine signifikante Schadenserwartung gekennzeichnet sind.  Unter Berücksichtigung von Kostenaspekten lohnt es sich, die Kosten und Nutzen für die Maßnahmen der Risikovorsorge abzuwägen.

Mithilfe von Predictive Analytics und auf Geo Intelligence basierenden Simulationen lassen sich verschiedene Maßnahmen zur Risikosteuerung bewerten, etwa Multi-Sourcing, Near Shoring oder der Aufbau zusätzlicher Pufferbestände. Ein intelligentes, proaktives Risikomanagement steigert so die Resilienz gegenüber Langfristrisiken und sichert die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Mit dem MBI CONIAS Ansatz werden alle Daten systematisch auf Ebene der subnationalen Einheiten erhoben. So können differenzierte Lagebilder von Konflikten erstellt, Konfliktdynamiken erfasst und sichere Räume ermittelt werden. Damit ergibt sich für viele Länder ein sehr differenziertes, auf Empirie gestütztes Bild, welches nicht nur Risiken, sondern auch Chancen aufzeigt. Der MBI CONIAS Ansatz ist hierbei besonders innovativ, weil Daten und Entwicklungsschritte von zwei ganz unterschiedlichen Arten von Konflikten gesammelt werden: Einerseits sind das Konflikte, die mit einer ersten Meinungsverschiedenheit begannen, dann über Druck und Drohungen zunächst vereinzelt gewaltsam und schließlich zum Krieg eskalierten. Andererseits gibt es jedoch auch solche, die ganz ähnlich wie spätere Kriege begannen, dann aber friedlich ausgetragen werden konnten. Durch die Vielzahl der erfassten Daten und Attribute lassen sich die Standorte der Lieferanten, aber auch die Lieferketten differenziert bewerten. Somit können Veränderungen in der Risikoeinschätzung für ein proaktives Risikomanagement schnell übermittelt werden.

Durch die Integration der MBI CONIAS Daten in die Lösung von Orbica können sowohl klimabedingte Veränderungen als auch geopolitische Entwicklungen abgebildet werden. Dies ermöglicht präzise Analysen und zielgenaue Maßnahmen, die für die Prävention von Langzeitrisken unerlässlich sind. Nehmen auch Sie dieses wichtige Thema innerhalb Ihres Risikomanagements jetzt in Angriff, um bestmöglich auf etwaige langfristige Risiken für Ihre Lieferkette und Standorte vorbereitet zu sein. Unser Expertenteam unterstützt Sie dabei selbstverständlich gerne. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

Über die Autoren:
Dr. Nicolas Schwank
Chief Data Scientist Political Risk
Michael Bauer International GmbH

In Zusammenarbeit mit:
Matthias Frye
Director of Marketing and Sales Europe
Orbica UG

Treffen Sie uns auf der ITS in Hamburg

Treffen Sie uns vom 11. bis 14. Oktober auf der ITS Hamburg und erfahren Sie, wie Location Technology Mobilitätslösungen voranbringt – von der Infrastrukturplanung für E-Ladestationen bis hin zur Expansionsplanung für Shared Mobility.

Am Dienstag, den 12. Oktober, finden Sie uns ab 15 Uhr auch als Distributor am HERE Technologies-Stand in Halle B5, 310. Vereinbaren Sie einen Termin vor Ort am Stand mit uns oder kontaktieren Sie uns bezüglich eines individuellen Termins mit uns.

Konflikte in Afrika und deren Relevanz im Zusammenhang mit dem Lieferkettengesetz

Das kürzlich verabschiedete Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten (kurz: Lieferkettengesetz) gilt unter Politikern als Meilenstein der Menschenrechts- und Nachhaltigkeitspolitik. Ab 2023 sind Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden dazu verpflichtet, eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte abzugeben, eine Risikoanalyse und Abwendungsmanagement für diese bereitzustellen sowie einen Beschwerdemechanismus für etwaige Menschenrechtsverletzungen einzurichten.[1] Dies betrifft den eigenen Geschäftsbereich und unmittelbare Zulieferer. Für mittelbare Zulieferer ist die Sorgfaltspflicht anlassbezogen und umfasst die Erstellung einer Risikoanalyse, die Umsetzung eines Vermeidungs- und Minimierungskonzeptes sowie die Verankerung von Präventionsmaßnahmen. Ab 2024 gilt dieses Lieferkettengesetz ebenfalls für Unternehmen, die mehr als 1.000 Mitarbeitende beschäftigen.

Diese neue Regulierung stellt Unternehmen vor neue Aufgaben in einem oftmals wenig bekannten Terrain. Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen, die in der breiten europäischen Öffentlichkeit nicht präsent sind, sind ein globales Phänomen und Unternehmen können überraschend mit diesen konfrontiert werden. Die möglichen Konflikte sind vielseitig und können sich auf verschiedenste Weisen äußern. Im folgenden Artikel werden Konfliktbeispiele aus drei afrikanischen Ländern vorgestellt, bei denen Unternehmen beteiligt sind und die mit Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörung im Zusammenhang stehen: Togo, Tansania und Mosambik. Diese Beispiele werden einen ersten Einblick in die Bandbreite der relevanten Fälle geben.

Togo

Die erste Untersuchung gilt dem westafrikanischen Staat Togo. Verschiedene deutsche und internationale Unternehmen erlangten Aufmerksamkeit für ihre Aktivitäten in Togo, als es vor deren Hauptsitzen im Winter 2020 zu Demonstrationen der Diaspora Togolaise Allemagne, der Interessenvertretung der in Deutschland lebenden Togolesen, kam. Diese wendeten sich einerseits gegen umweltschädliche Geschäfts- und Produktionsprozesse der Unternehmen im Land, andererseits wurde die Stützung und Legitimierung der autoritären Regierung durch wirtschaftliche Tätigkeiten in Togo kritisiert.[2]

Vor dem Hintergrund des neuen Lieferkettengesetzes sind deutsche Unternehmen angehalten, Menschenrechtsverletzungen und Umweltprobleme zu überwachen und zu analysieren.  Für den Aspekt des Umweltschutzes kann Togo beispielhaft für weitere Staaten herangezogen werden: Von Umweltschützern und Kritikern der togoischen Regierung wird bemängelt, dass die Phosphatförderung in Togo starke Umweltschäden entlang der Küste verursacht. Diese umfassen unter anderem die Verschmutzung der Küste und ein daraus resultierendes Sterben der Fischpopulation. Zusätzlich wurden bei Fabrikmitarbeitern Gesundheitsprobleme festgestellt, die vermutlich vom Phosphatabbau stammen.[3] Diese Nachhaltigkeitsdefizite, die keineswegs nur auf den Phosphatabbau beschränkt sind, können Unternehmen im Rahmen des Lieferkettengesetzes vor neue Herausforderungen stellen.

Neben den Umwelt- und Gesundheitsaspekten sind für das neue Lieferkettengesetz die Menschenrechtsverletzungen der Regierung Togos von Relevanz. Die Herrscherfamilie Gnassingbé verfolgt einen autoritären Regierungsstil und ist durch die staatliche Société Nouvelle des Phosphates du Togo und deren Monopol unmittelbar in den Phosphatabbau involviert.[4] Die Gnassingbé-Regierung machte zudem in den letzten Jahren durch die Unterdrückung der Opposition und die gewaltsame Niederschlagung von Protesten auf sich aufmerksam.[5] Eine weitere Verschlechterung der Menschenrechtssituation in Togo ist durchaus denkbar. Dadurch entsteht für Unternehmen das Risiko, tatsächlich Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen durch Kooperationen mit entsprechenden Unternehmen oder durch Abkommen mit der Regierung aktiv zu ermöglichen oder gar zu unterstützen.

Tansania

Ein weiteres Beispiel für politische Konflikte mit Relevanz hinsichtlich des neuen Lieferkettengesetzes findet sich in Tansania. Der ostafrikanische Staat zeichnet sich zwar durch politische Stabilität und hohe Wachstumsraten im Vergleich zu anderen Staaten in der Region aus, nach außen problematisch erscheint jedoch der Umgang mit der LGBTQ+ Community.

Das Lieferkettengesetz sieht es vor, die Diskriminierung von Personen auf Grund verschiedenster Charakteristika zu unterbinden. Daher ist die Situation in Tansania durch die sowohl gesellschaftliche als auch politische Diskriminierung der LGBTQ+ Bewegung problematisch. In der Vergangenheit verursachte das drastische Vorgehen gegen die LGBTQ+ Community international negative Schlagzeilen, als 2018 ranghohe Politiker eine öffentliche Verhaftungswelle gegen Homosexuelle initiierten.[6] Der Aufruf an die Öffentlichkeit, Namen mutmaßlich Homosexueller bereitzustellen, sorgte unter westlichen Staaten für weitreichende Kritik und hatte unter anderem die Einstellung von Entwicklungsgeldzahlungen zur Folge.[7] Neben der möglichen Diskriminierung durch politische Akteure, wird jene auch in der tansanischen Gesellschaft weitergetragen.[8]

Was zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen für internationale Unternehmen hatte, ist durch das Lieferkettengesetz neu zu bewerten. Solche oder ähnliche diskriminierende Maßnahmen könnten eigene Mitarbeiter und Zulieferer treffen. Dieses Beispiel illustriert, wie das neue Lieferkettengesetz deutsche Unternehmen in augenscheinlich stabilen und unauffälligen Staaten zu einer tieferen Analyse der politischen und sozialen Konflikte zwingt.

Mosambik

Das letzte Beispiel beschäftigt sich mit der Region Cabo Delgado in Mosambik, die beispielhaft für die Eskalation sozialer Konflikte steht. Einstige Konflikte geringer Intensität resultierten vor Ort in einem gewaltsamen Aufstand islamistischer Milizen, der internationale Militärunterstützung notwendig machte.

Die Grundlage des heutigen Konflikts ist in der Ablehnung des Staates Mosambik durch die Bevölkerung zu finden, die auf der Vernachlässigung der Region durch staatliche Institutionen und Korruption beruht. Diese Bedingungen schufen erste günstige Voraussetzungen für politische Gewalt und religiösen Extremismus in der Region, noch bevor diese für die wirtschaftliche Rohstoffförderung interessant wurde. Wirtschaftliches Interesse erlangte die Region im Norden von Mosambik durch Rubinvorkommen und die Entdeckung großer Offshore-Erdgasmengen. Die Rohstoffvorkommen zogen während der letzten zehn Jahre ausländische Investoren an. Seit 2017 sind diese jedoch mit einer zunehmend gravierenderen Sicherheitslage konfrontiert, die wirtschaftliche Aktivitäten in der Region vorerst verhindert.[9]

Durch die weit verbreitete Korruption wurden die Rubinvorkommen zwar wirtschaftlich genutzt, allerdings hat sich dabei kein nennenswerter wirtschaftlicher Fortschritt bzw. Beteiligung am Ressourcenreichtum für die Bevölkerung Cabo Delgados ergeben. Ähnlich verhielt es sich mit dem Förderungsprojekt für Erdgas, welches noch in der Konstruktionsphase unterbrochen werden musste, da die islamistischen Angriffe nun auch bei den dort tätigen Unternehmen Opfer forderten.[10] Durch die Umsetzung der Projekte entstand außerdem Konfliktpotential mit den kulturellen Gegebenheiten der lokalen Bevölkerung, da einerseits Gräber und andererseits Familien für den Rohstoffabbau umgesiedelt werden sollten.[11] Die mangelnde Transparenz bei diesen Entscheidungsprozessen sowie das autoritäre Vorgehen der Polizei bei der Durchsetzung dieser sind wichtige Faktoren in diesem multidimensionalen Konflikt, der 2017 erstmals gewaltsam eskalierte.

Die jahrelangen Attacken und Gebietsgewinne der Milizen haben die Region in eine tiefe Instabilität gestürzt, die nun durch eine internationale Militärmission behoben werden soll. Die Vernachlässigung der Zivilbevölkerung Cabo Delgados, die Korruption und weitere Faktoren verhindern in den nächsten Jahren voraussichtlich eine vollständig sichere wirtschaftliche Aktivität.

Die Beispiele Mosambik, Tansania und Togo zeigen auf verschiedenste Weisen die Relevanz des neuen Lieferkettengesetzes und warum eine professionelle politische Risikoanalyse für Unternehmen immer wichtiger wird. Konflikte wie in Mosambik, die zunächst von niedriger Intensität geprägt sind und anschließend gewaltsam eskalieren, sind wichtig für internationale Geschäfts- und Produktionsprozesse, die hierdurch gestört werden könnten. Durch das neue Lieferkettengesetz sind darüber hinaus auch Konflikte geringerer Intensität, wie beispielsweise in Togo, betroffen. Letztlich sind Umweltzerstörungen und Diskriminierungen einzelner Bevölkerungsgruppen, die Teil dieser Konflikte sind, ebenfalls nicht zu vernachlässigen.

Mit MBI CONIAS Risk Intelligence sind sie umfassend auf die Herausforderungen des neuen Lieferkettengesetzes vorbereitet. Unsere jahrzehntelange Erfahrung in der Beobachtung politischer Konflikte unterhalb der Kriegsschwelle machen die MBI CONIAS Daten einzigartig. Die hohe Anzahl dieser Konflikte und ihre komplexen Wirkungsweisen brauchen einen großen Wissensschatz, um ihre Auswirkungen frühzeitig zu erkennen. Ständige Weiterentwicklungen und Ergänzungen vergrößern den Nutzen für unsere Kunden kontinuierlich.  

Ab Spätherbst 2021 wird unsere MBI CONIAS Academy in Heidelberg außerdem Schulungen anbieten, um Ihre Mitarbeiter entsprechend vorzubereiten. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte unser Sales-Team.

Über die Autoren:
Etienne Limberger & Dr. Nicolas Schwank
CONIAS Risk Intelligence
Michael Bauer International GmbH

[1] https://www.bmz.de/de/entwicklungspolitik/lieferkettengesetz
[2] https://www.stadtpolitik-heidelberg.de/?q=node/3388
[3] https://taz.de/Phosphatgewinnung-in-Togo/!5582284/
[4] https://www.sueddeutsche.de/politik/afrika-das-grosse-schachern-1.3705970
[5] https://www.bbc.com/news/world-africa-41332072
[6] https://www.reuters.com/article/us-tanzania-lgbt-idUSKCN1N90FZ
[7] https://www.bbc.com/news/world-europe-46219356
[8] https://www.hrw.org/report/2020/02/03/if-we-dont-get-services-we-will-die/tanzanias-anti-lgbt-crackdown-and-right
[9] https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/mosambik-cabo-delgado-105.html
[10] https://www.aljazeera.com/economy/2021/4/26/total-suspends-20bn-lng-project-in-mozambique-indefinitely
[11] https://www.macaubusiness.com/mozambique-government-failed-to-seek-local-consent-for-gas-projects-activist/

Der Zusammenbruch Afghanistans – Der Wiederbeginn des internationalen Terrorismus?


Bildquelle: internationalaffairs.org.au.

Fast atemlos verfolgt der Westen die Bilder, die aus Kabul kommen. Anstatt innerhalb von Wochen, wie Experten noch am Freitag prognostiziert hatten, haben die Taliban die Herrschaft in Kabul innerhalb von Tagen, ja eigentlich sogar von Stunden übernommen. Fotos aus dem Präsidentenpalast illustrieren dies eindrucksvoll. Das zeigt vor allem eins: Westliche Regierungen und die NATO haben Afghanistan und die Taliban nie richtig verstanden – und es drohen bereits neue Fehlschlüsse. Da Afghanistan in den letzten Jahren stark von westlicher Hilfe gelebt hat, werden die Taliban sehr schnell die laufenden Gespräche in Doha mit dem Westen für eine weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Bitte um Hilfszahlungen nutzen, so die aktuelle Einschätzung von Experten.

Dies mag eine Möglichkeit sein, aber wenn die Vergangenheit eines gelehrt hat, dann wohl, dass die Taliban sich eben nicht entsprechend westlichen Erwartungen verhalten. China, das die seltenen Erden in Afghanistan bereits im Visier hat, und ein erneut verstärkter Ausbau der Drogenplantagen sind für die Taliban vermutlich attraktivere Alternativen.

Der Grund für den Krieg gegen die Taliban vor 20 Jahren waren die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Die Taliban wurden zwar nicht selbst verantwortlich für die Anschläge gemacht, aber für die USA und ihre Verbündeten waren sie Mitwisser und Befähiger. Warum sollten die Taliban heute, bei einer ähnlichen Konstellation, „nein“ zum internationalen Terrorismus sagen? Sorgen bereitet in diesem Zusammenhang vor allem der geringe Widerstand, den die seit Jahrzehnten vom Westen geprägten Streitkräfte und die Zivilbevölkerung den Taliban entgegengebracht haben. Es scheint, als wäre die Zeit der Gewalt und der harten Ideologie zurück. Darauf sollten sich westliche Länder und die Geschäftswelt vorbereiten.

MBI CONIAS Risk Intelligence unterstützt Sie bei der Analyse von Konfliktsituationen. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte unser Sales-Team.

Über den Autor:
Dr. Nicolas Schwank
Chief Data Scientist Political Risk
Michael Bauer International GmbH

Webinar – Von der Getränkelieferung bis zur Abfallsammlung: Was ist Ihre Herausforderung bei der Routenplanung?

Seien Sie am 2. September um 15:30 Uhr bei unserem englischsprachigen Partner-Webinar mit HERE Technologies dabei:

Mit HERE Location Services können Sie Routing-Herausforderungen für Flotten, Passagiere und Unternehmen ganz einfach lösen. Von der Ermittlung präziser ETAs mit Routing-Algorithmen über die Lösung komplexer Anwendungsfälle in der realen Welt bis hin zu Routing-Anweisungen für verschiedene Verkehrsmittel deckt HERE Routing verschiedene Anwendungsfälle ab.

In unserem Webinar erhalten Sie einen Einblick, wie unsere Partner SATLOG, casaGeo und Sensoneo HERE Routing in ihrem täglichen Geschäft einsetzen – von der Tourenplanung für Brauereien bis zur Optimierung der Müllabfuhr. Darüber hinaus erhalten Sie Einblicke in die Vorteile von Truck Routing, Traffic Routing und Matrix Routing.

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Anforderungen des neuen Lieferkettengesetzes effektiv umsetzen

Integration von MBI CONIAS Daten in die VertiGIS-Lösung

Transparente Supply Chain mit MBI CONIAS Risk Intelligence Daten

Der Bundestag hat am 11. Juni 2021 das „Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten“ verabschiedet. Das neue Lieferkettengesetz verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe, ihrer Verantwortung in der Lieferkette in Bezug auf die Achtung international anerkannter Menschenrechte besser nachzukommen. Es soll ab 1. Januar 2023 für Unternehmen mit mehr als 3.000, ab 2024 für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verbindlich gelten.

Neues Gesetz fordert Transparenz und Risikomanagement entlang der gesamten Lieferkette

Das neue Lieferkettengesetz wird von vielen Unternehmen als große Herausforderung wahrgenommen: Es verlangt Transparenz und Risikomanagement entlang der gesamten Lieferkette und gleichzeitig besondere Kenntnisse über den Status von Menschenrechtsverletzungen und Umweltvergehen vor Ort. Bei Nichteinhaltung der neuen Vorgaben zu sozialen und ökologischen Mindeststandards innerhalb der Lieferkette drohen Imageverlust, Umsatzeinbußen, Bußgelder und der Ausschluss von Vergabeverfahren des Bundes.

Das kommende Gesetz konfrontiert Unternehmen mit neuen Aufgaben und Pflichten, für die im eigenen Hause häufig zu wenig Know-how vorhanden ist. Risiken müssen ermittelt, analysiert und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Besonders die mangelnde Transparenz innerhalb fragmentierter Lieferketten macht das Risikomanagement für Unternehmen schwierig. Die Datenbeschaffung ist mit hohem Aufwand und die Bewertung der Lage mit großer Unsicherheit verbunden.

Lösung zur Analyse und Visualisierung von Risiken unterstützt Risikominimierung

An dieser Stelle setzt der gemeinsame Ansatz von MBI und den VertiGIS Unternehmen an. Hierbei werden die MBI CONIAS Daten in die Risk Management und Business Continuity Lösung der VertiGIS integriert. Somit steht eine effektive und global einsetzbare Lösung bereit, welche die Analyse und Visualisierung von Risiken entlang der gesamten Lieferkette ermöglicht. Risiken können identifiziert, bewertet und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden. In diesem Zusammenhang können für Standorte weltweit Indikatoren und weiterführende Informationen zur Menschenrechtslage sowie zur Umweltsituation aufgezeigt, Gefahren antizipiert und durch entsprechende Maßnahmen abgeschwächt werden.

CONIAS kommt aus der Konfliktfrüherkennung: Das heißt, es wird nicht nur gezeigt, wo aktuell Verstöße gegen das Lieferkettengesetz vorliegen, sondern auch, wo sich Menschenrechtsverletzungen und Klimaschadensmaßnahmen verbessern oder verschlechtern. Somit wird Transparenz in der Lieferkette geschaffen und Nachhaltigkeit bereits im Vergabeprozess erreicht. Die CONIAS Daten werden kontinuierlich aktualisiert. Bei Veränderungen der Kennwerte werden Nutzer umfangreich informiert und Maßnahmen empfohlen. Durch die vorausschauende Risikobewertung und adäquat abgestimmte Maßnahmenkataloge können Risiken reduziert oder ganz vermieden werden.

Den ausführlichen Artikel, erschienen im [email protected] Magazin 2021 der VertiGIS, finden Sie hier. Für weitere Informationen kontaktieren Sie gerne unser Sales-Team.

Ghost Kitchens: Neues Geschäftsmodell für die erhöhte Nachfrage nach Lieferung

Lieferungen profitabel zu gestalten ist für viele Restaurants schwierig. Ghost Kitchens, möglich gemacht durch Geodaten und Location Technology, sind eine potenzielle Antwort auf die erhöhte Nachfrage nach Lieferungen.

Die Herausforderung beim Betreiben einer Geisterküche besteht darin, den richtigen Standort zu wählen. Um zu erfahren, wo sich Menschen aufhalten, wie viele Haushalte es in der Gegend gibt, wie hoch ihre Kaufkraft ist und wie sie ihr Geld ausgeben, nutzt Kitch Daten von MBI. Um außerdem herauszufinden, wie schnell sie in diesem Einzugsgebiet liefern können – während das Essen noch warm ist – verwendet Kitch HERE Location Services.

Weitere Informationen finden Sie im ausführlichen Artikel auf dem HERE360 Blog

Um mehr über unser umfangreiches Datenportfolio sowie unsere HERE Distribution zu erfahren, kontaktieren Sie unser Sales-Team.

Fundierte Absatzplanung mit aktuellen Marktdaten

Update 2021 – Deutschlandweite Marktdaten 2021

Karlsruhe, 06. Juli 2021: Ab sofort stehen verschiedene Kaufkraftdaten mit Datenstand 2021 für Deutschland zur Verfügung. Updates für zahlreiche weitere europäische und internationale Länder folgen in Kürze.

In der regionalen Absatzplanung sind Kaufkraftkennziffern der am häufigsten eingesetzte Indikator für das Konsumpotenzial einer Region. Im Zuge des Updates 2021 wurden die MBI Kaufkraftdaten auf den Datenstand 2021 aktualisiert, um Unternehmen aller Branchen eine bestmögliche Planung basierend auf einer aktuellen Datengrundlage zu ermöglichen.

Mehr Informationen zu fundierter Absatzplanung mit aktuellen Marktdaten finden Sie in unserer Pressemitteilung…

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zu unserem Datenportfolio.

Kostensenkungspotenziale im Fuhrpark – Transparenz und Digitalisierung als Chance

Durch eine fehlende Aufschlüsselung der absoluten Transportkosten auf einzelne Touren und Abladevorgänge bzw. Kundenstopps sind Unternehmen Kostensenkungspotenziale im Fuhrpark oftmals nicht bekannt. Um die Effizienz der gesamten Flotte zu verbessern, ermöglicht ein elektronischer Workflow die Dokumentation, macht Abläufe messbar und eröffnet somit die Möglichkeit für die Ableitung geeigneter Optimierungsmaßnahmen. Insgesamt rückt für eine Optimierung des Fuhrparks die Digitalisierung immer mehr in den Fokus. Für die Ermittlung von Ansatzpunkten für Kostensenkungen sowie Umsetzung der Digitalisierung im Fuhrpark hat unser Partner die SATLOG GmbH eine neue Telematik-Lösung entwickelt. Mithilfe dieser können Kosten für Abläufe im Hinblick auf Auftragsabwicklung, Wegstrecken, Tourenplanung sowie Standzeiten bei Kunden messbar, vergleichbar und optimierbar gemacht werden.

Als Provider von innovativen Telematik-Lösungen ermöglicht SATLOG Kostenoptimierung im Fuhrpark ohne auf Sicherheit und Zuverlässigkeit verzichten zu müssen. SATLOG zeichnet sich dabei durch einen ganzheitlichen Ansatz aus – mit Hardware, Software as a Service sowie Analyse der Kennzahlen aus einer Hand. Ein wesentlicher Bestandteil der Lösung sind auch ortsbezogene Daten. In diesem Zusammenhang nutzt SATLOG seit nunmehr über 20 Jahren die Daten und Services von HERE Technologies – ehemals NAVTEQ. Seit Juli letzten Jahres wird SATLOG von der Michael Bauer International GmbH als autorisierter HERE Distributor betreut.

Abbildung 1: SATLOG Truck-Tablet mit spezieller Fahrzeughalterung und Firmenanwendung.

Tourenplanung und -optimierung beseitigt Unsicherheiten und schafft Transparenz

Für viele Unternehmer fehlt die für Kostensenkungen notwendige Transparenz. Die Flotte fährt pünktlich los und kehrt pünktlich zurück, doch was in der Zwischenzeit passiert ist kaum nachvollziehbar. Lieferzeitfenster wurden oftmals einmal definiert und danach weder überarbeitet noch an Kundenspezifika angepasst. Die etablierte Lösung von SATLOG bietet eine Messung von beispielsweise gefahrenen Kilometern, Stopps und Standorten über eine integrierte LKW-Telematik. Mit den erfassten Messdaten in Kombination mit HERE Tour Planning wird eine Tourenplanung und -optimierung durchgeführt, um beispielsweise die Auslastung zu erhöhen oder Umwege zu vermeiden. Als Resultat werden Unsicherheiten über Restfahr-, Ankunfts- und Standzeiten beim Kunden beseitigt. Zusätzlich bietet das im LKW integrierte Truck-Tablet neben dem kompletten Auftragsmanagement und LKW-Navigation auch Sicherheitsfunktionen wie einen Abbiegeassistenten, eine Rückfahrkamera und Reifendruckkontrolle, wodurch Unfälle deutlich reduziert oder sogar vermieden werden können. SATLOG bietet dabei den Vorteil, dass für die Nutzung keine Installation, langwierige Integration oder aufwendige Schulungen notwendig sind.

Abbildung 2: Optimierte Touren – Aufträge werden mit HERE Technologies Tour Planning automatisch anhand von Kosten, Kapazität und Zeitfenstern der Anlieferung den LKWs zugeordnet.

Ganzheitlicher Ansatz begleitet Unternehmen von der individuellen Lösungsentwicklung bis zur endgültigen Implementierung

Mit seinen Telematik-Lösungen richtet SATLOG sich vor allem an Klein- und Mittelstandsbetriebe, die im Bereich Großhandel und Industrie mit einer Flotte zwischen 5 und 30 Fahrzeugen tätig sind. Zu den Kosten- und Leistungsanalysen sowie der Kundenergebnisrechnung kommen im Regelfall firmenindividuelle Spezialanwendungen hinzu: Im Bereich der Frischedienste beispielsweise die Temperaturkontrolle oder eine Verladeanweisung und Leerguterfassung im Getränkefachgroßhandel. SATLOG begleitet seine Kunden mit einem ganzheitlichen Ansatz von der Erstberatung bis zur endgültigen Implementierung und Nutzung in der Flotte. Das Unternehmen erkennt dabei den kundenspezifischen Bedarf und entwickelt individuelle Lösungen gemeinsam mit den Kunden. Bei diesem Prozess werden verschiedene Beteiligte und Anspruchsgruppen vom Entscheider, Disponenten, über den Controller, bis hin zum Fahrer einbezogen. Insgesamt unterstützt die SATLOG-Lösung strategische sowie operative Verbesserungen bei ihren Anwendern.

 Zuverlässigkeit und Integrationsmöglichkeiten zeichnen HERE Tour Planning aus

Um dieses Telematik-Ökosystem anbieten zu können, greift SATLOG auf HERE Technologies Location Services zurück. Für den erweiterten Ansatz der Tourenplanung wird HERE Tour Planning seit diesem Jahr erfolgreich als ORACLE-Cloud-Service implementiert. Dr. Jürgen Stausberg, Geschäftsführer der SATLOG GmbH, beschreibt die Partnerschaft wie folgt: „SATLOG ist einer der ersten HERE Technologies Telematikkunden und nutzt den Service seit mehr als 20 Jahren. Zuverlässigkeit und hohe Integrationsmöglichkeiten zeichnen den Service aus. Mit der neuen Tourenplanung öffnet sich jetzt ein neuer Markt.“ Ein Grund für die Nutzung von HERE Tour Planning ist für SATLOG, dass lokale Lösungen viele Nachteile haben, erst installiert werden müssen, ein Server benötigt wird und Mitarbeiter speziell geschult werden müssen, was bei der Cloud-Lösung nicht der Fall ist. Bei der Optimierung mit HERE Tour Planning werden für eine noch genauere Planung nicht nur Fahrzeugprofile miteinbezogen, sondern auch Informationen wie Echtzeitverkehrsdaten (HERE Traffic) herangezogen, um Routen unter Berücksichtigung aktueller Verkehrsbedingungen bei Bedarf umplanen zu können. Warum HERE Location Services und Tour Planning über MBI als Distributor bezogen werden, erklärt Dr. Stausberg wie folgt: „MBI zeigt uns regelmäßig neue Features auf, die wir integrieren können und hat eine eigene Produktbetreuung. Außerdem planen wir auch MBI value-added Services für unsere Mandanten aufzunehmen, wie Daten zu potenziellen Neukunden entlang der LKW-Route.“

Für eine nachhaltige Digitalisierung des Fuhrparks bietet das SATLOG Plug & Play Starterkit eine skalierbare und sofort einsetzbare Lösung, die überdies durch öffentliche Fördergelder unterstützt wird. Um mehr über die innovative Lösung zu erfahren, kontaktieren Sie gerne das SATLOG Sales Team. Bei Interesse am HERE Location Services Portfolio steht Ihnen außerdem unser HERE Distribution Team zur Verfügung.

Über die Autorin:
Jessica Hablowetz
Marketing Manager
Michael Bauer International GmbH

In Zusammenarbeit mit:
Dr. Jürgen Stausberg
Geschäftsführer
SATLOG GmbH

Die Einschätzung politischer Risiken – Orientierung und Sicherheit durch MBI CONIAS Risk Intelligence

Es ist ein Paradoxon:  Politische Risiken, darunter Kriege und politische Gewalt, gelten als die größten Risikofaktoren für Business-Manager[1]. Lieferketten können unterbrochen und Lagerbestände zerstört werden, Absatzmärkte können wegbrechen. Dennoch wird dem Bereich der Früherkennung von und -warnung vor politischen Krisen in international agierenden Unternehmen nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Es wird oftmals angenommen, Krisen und Kriege seien zu komplex, um diese effektiv vorhersagen zu können – doch der wissenschaftlich fundierte CONIAS Ansatz wurde genau zu diesem Zweck entwickelt. Eine der verwendeten grundlegenden Methoden, um die vielschichtigen Risikolagen zu verstehen und schneller klassifizieren zu können, ist die Muster-Erkennung (pattern recognition)[2].

Die Muster-Erkennung ist aus generellem menschlichem Vorgehen abgeleitet

Für das komplexe Feld der politischen Risiken ist die Muster-Erkennung deshalb so gut geeignet, weil sie sehr stark dem generellen menschlichen Vorgehen entspricht. Ein Beispiel hierfür ist das folgende Szenario: Zwei Personen, 20 und 50 Jahre alt, beginnen am selben Tag ihre neue Stelle in einem kleinen Unternehmen mit zehn Mitarbeitern. Während die jüngere Person die neue Situation eher still und zurückhaltend auf sich wirken lässt, eher defensiv agiert und lieber zuhört, als selbst zu sprechen, profitiert die ältere Person von ihrer langjährigen Berufserfahrung und vielen Stellenwechseln. Sie hat diese Situation schon oft erlebt und kann deshalb Personen, die ihr in der neuen Situation begegnen, besser und schneller einschätzen. Sie vergleicht ihr Verhalten, ihre Körpersprache, den Klang ihrer Stimmen aber auch ihre Positionen mit Personen, die sie an früheren ersten Arbeitstagen kennengelernt hat. Hierbei erkennt die ältere Person Muster, die ihr Orientierung in der neuen Situation geben und leitet daraus Schlussfolgerungen für ihr Verhalten ab.

Die MBI CONIAS Datenbank erfasst auch nicht-gewaltsame Frühphasen und weitere Konflikte

Menschen bedienen sich der Muster-Erkennung – ganz gleich ob über eigenes Erleben oder über Erfahrung, die durch Erzählen bzw. Lesen erworben wurde – und orientieren sich somit in neuen Situationen. Diesem Gedanken ist auch der CONIAS Ansatz und die CONIAS Datenbank verpflichtet. Anders als herkömmliche Konfliktdatenbanken, die nur Kriege oder gewaltsame Konfliktphasen erfassen, werden in der CONIAS Datenbank auch die nicht-gewaltsamen Frühphasen dieser späteren Kriege verzeichnet[3]. Darüber hinaus – und das macht den CONIAS Ansatz so besonders – werden auch weitere Konflikte, die ähnlich beginnen wie spätere Kriege, letztlich aber einen friedlichen Verlauf nehmen, erfasst. Nur so ist es möglich, Aussagen über die Anfälligkeit bestimmter Konfliktkonstellationen zu treffen. Das lässt sich wie folgt erläutern: Es ist zwar richtig, dass ein Großteil der wenigen zwischenstaatlichen Kriege seit 1945 um Territorium geführt wurde. Beispiele hierfür sind der Überfall des Irak auf Kuwait (1991) oder der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Nagorny Karabach (2020). Dennoch wäre es umgekehrt falsch zu sagen, dass Territorial- oder Grenzstreitigkeiten besonders häufig zu Krieg führen. Derzeit gibt es etwa 120 verzeichnete Grenzstreitigkeiten zwischen Staaten, die fast alle ohne Gewalt nur auf diplomatischer Ebene ausgetragen werden. Andere Quellen sprechen von einer noch höheren Anzahl ungeklärter Grenzverläufe[4].

Nur eine umfassende Datensammlung erlaubt es, das Risikopotential von Grenzstreitigkeiten richtig einzuschätzen

Insgesamt umfasst die CONIAS Konfliktdatenbank Informationen über den Verlauf von mehr als 1.900 inner- und zwischenstaatlichen, gewaltsamen und gewaltlosen Konflikten seit 1945. Erfasst werden pro Konflikt und beteiligtem Akteur eine Vielzahl von Indikatoren, die alle dynamischen Veränderungen im Konfliktaustrag, aber auch im sozio-ökonomischen Umfeld abbilden[5]. So stellt die CONIAS Datenbank Millionen von Datenpunkten zur Verfügung, die statistischen Aufschluss über das globale Konfliktverhalten liefern. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der empirischen Konfliktforschung[6] konnte durch CONIAS ebenfalls bestätigt werden: Demokratien führen keine Kriege gegen andere Demokratien. Dieses „Gesetz“ vom demokratischen Frieden haben wir in unserem Denken schon so weit integriert, dass beispielsweise selbst die stärksten Tiefschläge in den bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA bei den größten Pessimisten dennoch keine Kriegsangst hervorriefen.

Insbesondere in Bereichen, die von anderen Konfliktdatenbanken nicht ausgeleuchtet werden, zeigt die CONIAS Datenbank wesentlich mehr Orientierungspunkte

Die Datenbank hat beispielsweise erfasst, dass kulturell geprägte Konflikte seit dem Ende des Kalten Krieges 1990 und insbesondere nach dem 11. September 2001 deutlich an Bedeutung gewonnen haben[7]. Gleichzeitig zeigt die CONIAS Datenbank, dass es über einen längeren Zeitraum betrachtet nicht die Anzahl unterschiedlicher Religionen in einem Land ist, die dieses für innerstaatliche Gewalt anfällig macht, sondern die Anzahl der unterschiedlichen gesprochenen Sprachen im Land [8].

Die CONIAS Konfliktdatenbank wird kontinuierlich gepflegt und das aktuelle Konfliktgeschehen weiter erfasst. Jedes Quartal wächst das Wissen über die Entwicklung der Konflikte in der Welt um mehrere zehntausend Datenpunkte. Aktuell arbeitet das CONIAS Team daran, die Zusammenhänge zwischen politischen Konflikten, der Verletzung von Menschenrechten und Schaden bzw. Zerstörung an den natürlichen Lebensgrundlagen besser verständlich zu machen. Das neue Lieferkettengesetz, aber auch ein immer stärker wachsendes Verantwortungsgefühl für Menschenrechte und Umwelt verlangt von Unternehmen und letztlich jedem Einzelnen, hierbei sorgfältig zu handeln. Gerne liefern wir Ihnen hier nicht nur Orientierungspunkte, sondern unterstützen Sie mit unserem umfangreichen Know-how und jahrelanger Expertise. Bei Interesse steht Ihnen unser Sales-Team gerne zur Verfügung.

Über den Autor:
Dr. Nicolas Schwank
Chief Data Scientist Political Risk
Michael Bauer International GmbH

Verweise:
[1] Allianz (Hrsg): Allianz Risk Barometer, verschiedene Jahrgänge. Zuletzt 2021
[2] Trappl, Robert (Hrsg.) (2006): Programming for peace. Computer-aided methods for international conflict resolution and prevention. Dordrecht: Springer. Und: Schrodt, Philip A. (2000): Pattern Recognition of International Crises Using Hidden Markov Models. In: Diana Richards (Hrsg.): Political complexity. Nonlinear models of politics. Ann Arbor: Univ. of Michigan Press, S. 296.
[3] Schwank, Nicolas (2012): Konflikte, Krisen, Kriege. Die Entwicklungsdynamiken politischer Konflikte seit 1945. Baden-Baden: Nomos (Weltregionen im Wandel, 9). Und: Schwank, Nicolas, et al. „Der Heidelberger Ansatz Der Konfliktdatenerfassung.“ Zeitschrift Für Friedens- Und Konfliktforschung, Vol. 2, No. 1, 2013, S. 32–63.
[4] Vgl. https://www.cia.gov/the-world-factbook
[5] Schwank, Nicolas (2012): Konflikte, Krisen, Kriege. A.a.O.
[6] Small, Melvin; Singer, J. David (1976): The war-proneness of democratic regimes, 1816-1965. In: The Jerusalem journal of international relations. – 1 (4), S. 50–69.
[7] Croissant, Aurel (2009) et al.: Kulturelle Konflikte seit 1945. Die kulturellen Dimensionen des globalen Konfliktgeschehens. 1. Aufl. Baden-Baden: Nomos (Weltregionen im Wandel, 6). Stiftung, Bertelsmann (2010): Culture and Conflict in Global Perspective. The Cultural Dimensions of Global Conflicts 1945 to 2007. Guetersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.
[8] Ebda.