War der Militärputsch in Myanmar zu erwarten?

MBI-Militärputsch-Myanmar

Nach dem Sturm auf das Kapitol in den USA Anfang Januar folgte nun ein Militärputsch in Myanmar. Durch ihre stetigen Beobachtungen verschiedener Risikoaspekte war unseren MBI CONIAS Risk Intelligence Experten bewusst, dass in Myanmar die Gefahr eines Putsches bestand. Folgende Punkte hatten den Risikowert des Landes in den vergangenen Monaten anschwellen lassen:

  1. Der eindeutige Ausgang der Parlamentswahlen im November letzten Jahres, bei dem das machtbewusste Militär eine deutliche und empfindliche Niederlage erlebte;
  2. Die gescheiterten Klagen der unterlegenen militärnahen Parteien wegen vermeintlichen Wahlbetruges und
  3. Der entsprechenden Drohung des Militärs in der vergangenen Woche.

Nun hat das Militär führende Persönlichkeiten der Regierungspartei tatsächlich festgesetzt. Unter Ihnen auch die Friedensnobelpreisträgerin und de-facto Regierungschefin Aung San Suu Kyi.

Wird es gewaltsame Proteste geben?

Die Lage ist derzeit für Außenstehende und Beobachter noch schwierig einzuschätzen. „Was uns Sorge bereitet“, so Dr. Nicolas Schwank, Leiter der Abteilung für politische Risikodaten bei Michael Bauer International, „ist die Phase der Demokratisierung, in der sich das Land gerade befindet. Die mit 70% ausgesprochen große Beteiligung an den Parlamentswahlen im November zeigt uns, dass die Bevölkerung Gefallen an der demokratischen Mitbestimmung gefunden hat. Diese neuen Rechte möchten sie möglicherweise verteidigen.“ Seine Aufmerksamkeit gilt nun den verhafteten Wahlsiegern. Regierungschefin Aung San Suu Kyi, die im Land noch immer zu den beliebtesten Politikern gehört, hat die Bevölkerung bereits aufgefordert, sich dem Putsch zu widersetzen. „Entscheidend für die Frage, ob es gewaltsamen Widerstand gegen den Putsch geben wird, ist, wie sich die verhaftete Führungsriege weiter verhalten wird und ob sie zu Gewalt aufruft. Da San Suu Kyi jedoch aufgrund ihres gewaltlosen Widerstandes gegen das Militär bekannt und einflussreich geworden ist, besteht Hoffnung, dass ein Blutvergießen vermieden werden kann“.

Welche unternehmerischen Risiken entstehen durch die aktuellen Geschehnisse in Myanmar?

Die Gefahr für Investitionen, die westliche Unternehmen in den letzten Jahren getätigt haben, lassen sich aktuell ebenfalls noch nicht endgültig bewerten. „Das Risiko, dass westliche Staaten mit Sanktionen und Handelsembargos reagieren, schätze ich derzeit – auch unter Verweis auf in unserer Datenbank gespeicherte vergleichbare Fälle – als relativ hoch ein“ so Dr. Schwank weiter. Die Gefahr, dass die neue Militärregierung Produktionsstätten oder Lager ausländischer Investoren bewusst zerstört, sieht Dr. Schwank trotz der Abkapselung während der Militärdiktatur derzeit eher nicht. Das Militär will sich als Hüter von Recht und Ordnung präsentieren. Außerdem braucht das Land auch unter der Militärregierung dringend Devisen. Gleichzeitig besteht aktuell noch eine schwierige Informationslage und es empfiehlt sich, die Verlautbarungen des Militärs weiterhin genau zu verfolgen.

Die Ereignisse am Kapitol in den USA sowie der aktuelle Militärputsch in Myanmar zeigen, wie wichtig Wahltermine für die Analyse des aktuellen politischen Länderrisikos sind. Deshalb bieten wir allen Kunden und Interessenten unseren globalen MBI CONIAS Wahlkalender an. Bei Interesse oder für weitere Informationen zu MBI CONIAS Risk Intelligence kontaktieren Sie unser Sales Team.

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