Aus statistischer Perspektive: Warum der Spaziergang zum Kapitol für den Machterhalt keine gute Idee war

Wie stark Donald Trump die Ereignisse am 6. Januar tatsächlich beeinflusst hat, werden Historiker zu einem späteren Zeitpunkt bewerten. Aus empirischer Sicht lässt sich jedoch heute schon sagen: Putsche sind in modernen Demokratien ein äußerst selten beobachtbares Phänomen, scheinen generell aus der Mode gekommen zu sein und sind in Demokratien außerdem fast nie erfolgreich.

In der MBI CONIAS Konfliktdatenbank sind gesondert auch Putsche und Putschversuche seit 1945 erfasst: Insgesamt können 668 Putsche und Putschversuche zwischen 1945 und 2020 auf Landesebene verzeichnet werden.

MBI-CONIAS-Anzahl-der-Putsche

Wie aus der Abbildung hervorgeht, war die höchste Anzahl von Putschen im Zeitraum von 1962 bis 1982 und dann noch einmal um das Jahr 1990 herum zu beobachten. Beide Hochphasen lassen sich durch die Anzahl junger Staaten und damit ungeprüfter Macht- und Sicherheitsstrukturen in der Zeit der Entkolonialisierung bzw. des Zusammenbruchs der Sowjetunion und des Endes des Kalten Krieges erklären. Der Bedeutungsverlust von Putschen lässt sich deutlich im Jahr 2018 erkennen – ein Jahr in dem kein einziger Putsch oder Putschversuch zu beobachten war.

Die rückläufige Verwendung dieses Instruments zum Machtwechsel (nur selten gebraucht zum Machterhalt) lässt sich unter anderem durch seine stark gesunkene Erfolgsquote begründen. Während im Zeitraum zwischen 1950 und 1980 mehr als zwei Drittel (69%) als erfolgreich gewertet wurden, weil sie zu einem Machtwechsel führten, kippt der messbare Ausgang in den Folgejahren in die gegenteilige Richtung. Von 1981 bis in die 1990er Jahre erreichten nur noch ein Drittel (34%) aller Putschisten ihr Ziel, der Rest scheiterte. Seit Mitte der 1990er ist die Anzahl der jährlich gemessenen Putsche stark rückläufig. Für die letzten zehn Jahre gilt, dass die überwiegende Mehrheit aller Putschversuche (62%) fehlschlug.

Besonders erfolglos sind Putsche in voll etablierten Demokratien, wie es die USA jahrelang waren. Der bekannteste dieser erfolglosen Putschversuche ist der Militärputsch in Spanien von 1982, als der damalige König Juan Carlos sich gegen das Militär und auf die Seite der Demokratie stellte.

Politische Instabilität stellt eine unmittelbare und hochkomplexe Reihe von Risiken für Geschäftsinteressen dar. Das Analysetool MBI CONIAS Risk Intelligence bewertet die politische Risikolage. Die aktuellen Daten von MBI unterstützen Unternehmen dabei, Risiken für Standort-, Logistik- und Investitionssicherheit frühzeitig zu erkennen und gezielte Anpassungsstrategien zu entwickeln.

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